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Experiment Beacons

Bild1: Quelle t3n.de

Vor einem Jahr noch hoch gelobt als und als heiliger Gral vom stationären Handel gefeiert, hat sich inzwischen Ernüchterung breit gemacht. Beacons ermöglichen nicht die personalisierte Werbung, die man sich versprochen hat. Doch sie haben einen anderen Vorteil.

Der Idee nach sind Beacons ja ein wunderbares Marketing-Tool: Sie kosten nur wenige Cents und können an günstigen Stellen vor oder im Laden angebracht werden. Flaniert ein potenzieller Käufer vorbei, senden Sie unwiderstehliche Push-Nachrichten aufs Smartphone, die den Käufer dazu bringen, in den Laden zu stürmen und etwas zu kaufen oder sogar noch ein Produkt mehr als geplant in den Warenkorb zu stopfen. Schöne Theorie, die Praxis sieht anders aus.

1. Nur wer die richtige App installiert hat, kann die Push-Nachrichten – getriggert durch Beacons – überhaupt erst empfangen. Doch wer überlegt, bevor er in die Stadt geht, welche Apps er sich installieren sollte, damit er Push-Nachrichten mit besonderen Angeboten bekommt? Beacons funktionieren also – wenn überhaupt – nur bei Unternehmen, die bereits eine große Anzahl an App-Downloads verzeichnen.
2. Nun wäre es natürlich möglich, sich an weit verbreitete Apps dranzuhängen. Zum Beispiel an die App der Gelben Seiten. Im Experiment „Digitales Durlach“ hat der Einzelhandel in Karlsruhe – Stadtteil Durlach an dem verkaufsoffenen Wochenende 23./24. April 2016 ausprobiert, wie gut das funktioniert. Das Ergebnis war ernüchternd. Rund 50 Läden, Restaurants, Boutiquen und Bars haben an dem Experiment teilgenommen. Circa 1.400 Kunden aus dem Raum Karlsruhe hatten die App der Gelben Seiten installiert. 5.409 Nachrichten wurden ausgespielt. Davon hat die interessierte Kundschaft 1.787 Nachrichten geöffnet – also etwa ein Drittel. Soweit ok. Heruntergebrochen auf die einzelnen Händler sieht das Ergebnis schon anders aus: Der Wein-, Essig- und Ölhändler Deco & Dreams versandte an den zwei Aktionstagen 29 Push-Nachrichten, davon wurden 14 geöffnet. Der Smoothie-Laden Schnipper‘s schickte 49 Push-Nachrichten und zählte geöffnete 25 Push-Nachrichten. Nur Cafe Kehrle hat mit 117 Nachrichten mehr als 100 Push-Nachrichten im Laufe des Wochenendes versandt, davon wurden 41 Push-Nachrichten geöffnet. Gerade mal die Hälfte der teilnehmenden Händler war mit dem Ergebnis wirklich glücklich. Also auch fremde Apps bescheren keine Besucheransturm.
3. Und dann gibt es noch ein paar technische Hürden, die das Ausspielen von Push-Nachrichten, ausgelöst durch Beacons, verhindern: Wer sein Smartphone im Energiesparmodus betreibt oder mobile Daten deaktiviert hat, um Datenvolumen zu sparen, bekommt auch keine Push-Nachrichten. Ganz wichtig: Der Nutzer muss Push-Nachrichten überhaupt erlaubt haben. Also gut möglich, dass er regelmäßig in Ihrer App stöbert, aber Push-Nachrichten nicht aktiviert hat. Dann scheidet er als Werbekunde aus. Push-Nachrichten via Beacons haben sich also bislang nicht durchgesetzt.
Aber Beacons können trotzdem hilfreich sein. Im Innovation Store in Pulheim bei Köln wurden dem Kunden Beacons in die Hand gedrückt – natürlich gegen Incentive von 1 Tasse Kaffee oder ein paar Euros Rabatt. Und so konnte man die Wege der Kunden durch den Laden tracken und mehr über ihr Verhalten am POS erfahren.

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